Geborgen, aber selbstständig: Afilio berichtet über eine Senioren-WG mit Herz
Wie fühlt es sich an, im Alter noch einmal mit völlig neuen Menschen zusammenzuziehen? Afilio hat eine unserer Seniorinnen-WGs am Niederrhein besucht und zeigt, wie aus dem Wunsch nach Gemeinschaft ein neues Zuhause entstehen kann.
„Ich möchte so lange wie möglich daheim wohnen bleiben. Lösungen werden sich finden.“
Dieser Satz von Elke bringt ziemlich genau auf den Punkt, worum es bei Senioren WG mit Herz geht.
Nach dem Tod ihres Partners wusste Elke, dass sie auf Dauer nicht alleine leben möchte. Ein klassisches Altersheim konnte sie sich für sich jedoch ebenfalls nicht vorstellen. Also entschied sie sich für einen anderen Weg: Sie öffnete ihr eigenes Haus für eine Senioren-WG.
Heute lebt sie dort gemeinsam mit zwei etwa gleichaltrigen Frauen.
Drei Frauen – ein Zuhause
Jede Bewohnerin hat ihren eigenen persönlichen Bereich und kann sich jederzeit zurückziehen. Gleichzeitig gibt es Räume, in denen Gemeinschaft entsteht.
Besonders wichtig ist der gemeinsame Wohn- und Essbereich – von Elke liebevoll als „Kommunikationszentrale“ der WG bezeichnet.
Gemeinsame Mahlzeiten gehören genauso zum Alltag wie Gespräche, gegenseitige Unterstützung oder ein wöchentliches Fitnesstraining. Trotzdem gilt: Niemand muss ständig alles gemeinsam machen.
Denn eine Senioren-WG soll Gemeinschaft ermöglichen, ohne die eigene Selbstständigkeit aufzugeben.
Die richtigen Menschen zusammenzubringen ist entscheidend
Eine schöne Immobilie allein macht noch keine funktionierende Senioren-WG.
Entscheidend sind die Menschen, die darin zusammenleben.
Genau hier setzt meine Arbeit mit Senioren WG mit Herz an. Ich lerne Interessentinnen und Interessenten persönlich kennen und beschäftige mich intensiv mit ihren Vorstellungen, Interessen und Lebensgewohnheiten.
Denn drei Menschen nur aufgrund ihres Alters zusammenzubringen, reicht nicht.
Sie müssen sich vorstellen können, ihren Alltag miteinander zu teilen.
Bei Elke ist dieses Matching gelungen: Die drei Frauen verbindet unter anderem ihre Begeisterung für Kunst und Musik.
Und trotzdem bedeutet gemeinschaftliches Wohnen natürlich auch, Kompromisse einzugehen.
Kommunikation gehört zum Zusammenleben
Gerade am Anfang kann es ungewohnt sein, das eigene Zuhause plötzlich mit anderen Menschen zu teilen.
Deshalb wurde die WG in der Anfangsphase zusätzlich durch einen Coach begleitet. Heute haben die Bewohnerinnen ihren eigenen Weg gefunden, miteinander im Gespräch zu bleiben.
Einmal pro Woche gibt es einen gemeinsamen Stammtisch. Dort wird darüber gesprochen, was gut läuft – aber auch darüber, was gerade stört.
Für mich ist genau das ein wichtiger Bestandteil einer funktionierenden WG:
Nicht darauf hoffen, dass es niemals Konflikte gibt, sondern Strukturen schaffen, mit denen man gemeinsam Lösungen findet.
Selbstbestimmt leben – auch wenn Unterstützung notwendig wird
Das Besondere an privat organisierten Senioren-WGs ist ihre Flexibilität.
Die Bewohnerinnen können zunächst sehr selbstständig leben und Unterstützung genau dort hinzunehmen, wo sie benötigt wird.
Das kann beispielsweise eine Alltagshilfe sein, ein ambulanter Pflegedienst oder später auch eine umfangreichere Betreuung.
Afilio hat die WG besucht
Umso mehr freue ich mich, dass die Journalistin Christine Frischke für den Afilio-Ratgeber ausführlich über Elke, ihre Mitbewohnerinnen und das Konzept berichtet hat.
Unter dem Titel
„Geborgen, aber selbstständig – so lebt es sich in einer Senioren-WG“
gibt der Beitrag einen sehr persönlichen Einblick in den Alltag der drei Frauen und beschäftigt sich gleichzeitig mit der Frage, warum alternative Wohnformen im Alter immer wichtiger werden.
Auch ich durfte für den Beitrag über meine Erfahrungen bei der Gründung und Vermittlung von Senioren-WGs sprechen.
Vielen Dank an Christine Frischke und Afilio für das Interesse an diesem Thema – und ganz besonders an Elke für ihre Offenheit und die Bereitschaft, anderen Menschen einen Einblick in ihr Zuhause und ihr Leben zu geben.
Vielleicht macht ihre Geschichte auch anderen Mut, sich die Frage zu stellen:
Wie möchte ich eigentlich im Alter leben?
Denn es gibt nicht nur den einen Weg.
Und manchmal beginnt ein neuer Lebensabschnitt einfach damit, die eigene Haustür für neue Menschen zu öffnen.
Den vollständigen Beitrag „Geborgen, aber selbstständig – so lebt es sich in einer Senioren-WG“ gibt es im Afilio-Ratgeber #47 vom 11. September 2026 zu lesen.

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